A K T U E L L E    T E R M I N E
Tag Uhr Betreff Treffpunkt Wer
Mi. 30.08
16:30 THEATERKURS1 für 6-10 jährige LU- Mitte
Ludwigstr. 51
ANMELDUNG
Fr. 01.09
16:30 THEATERKURS2 für 10-14 jährige LU- Mitte
Ludwigstr. 51
ANMELDUNG
Sa. 10.09
16:00 C A S T I N G mit WORKSHOP für Schauspieler, 16:00 - 20:00 Uhr LU- Mitte
Ludwigstraße 51
ANMELDUNG

Sorgen, die viele Schüler plagen


Es sind die normalen Probleme vieler heutiger Jugendlicher, die die Theatergruppe AdRem auf die Bühne gebracht hat. Im Stück "Reich und Schön", das Autorin Eva Vieth extra als Schultheatertext erdacht hatte, spielen neun Hobbyschauspieler den Alltag von Oberstufenschülern nach, der mehr aus Schein als aus Sein besteht.

Da ist etwa die schüchterne Rita (Eva Jankovic), die keinen Anschluss an ihre Mitschülerinnen findet, die von ihren Eltern im Stich gelassene Carmen (Alexandra Bardua), die sich "irgendwann langsam auflösen" wird, und die rabiate Stella (Alexa Schönefuß), die schon in jeder Kneipe der Stadt Hausverbot hat.

Kooperation mit Realschule

Das Schauspiel entstand in Zusammenarbeit mit Schülern der Anne-Frank Realschule plus, die Premiere fand in der dortigen Aula statt. AdRem-Theaterleiterin und Organisatorin Gabriele Twardawa inszenierte das Stück auf einem Schachfeld, auf dem sich die Hobbyakteure bewegten. Zwischen einem weißen Engel (Natalie Geiger), der Lobpreisungen auf Gott hält, und seinem Widersacher, dem lauthals lachenden Teufel (Daniel Mayer), der die Hasstiraden auf den Schöpfer entgegenschmettert, versucht ein namenloses Es, sich umzubringen.

Genervt vom Zwang, "reich und schön" sein zu müssen, will es das Leben auf schnellstem Wege loswerden. Doch bevor es zum Sprung ansetzt, nimmt es die Zuschauer mit in seinen Alltag, der bestimmt ist von Oberflächlichkeiten und Verzweiflung.

Nicht nur der vollkommen egomanische und verantwortungslose Referendar sorgt hier für das Gefühl, nichts wert zu sein. Auch die Mitschüler, die mit Perspektivlosigkeit gestraft sind oder von der Gruppe ausgeschlossen werden, demonstrieren die schwierige Situation, in der sich die Heranwachsenden befinden. Den Amateurschauspielern gelingt es gut, sich in ihre Charaktere hineinzuversetzen, weil sie sich im selben Alter befinden wie ihre Rollen. Mit viel Feingefühl spielt etwa Anna Lucia Rizzelli das namenlose Es, das vom Teufel in Rockerkleidung und mit hämischen Lachattacken begleitet, in den Selbstmord getrieben werden soll. Diplom-Theater- und Sozialpädagogin Twardawa kann sich über eine gelungene Premiere freuen. Über weitere Aufführungstermine ist bislang noch nichts bekannt.

Die Jugendtheatergruppe existiert zwar bereits seit zehn Jahren, erst jetzt bekam der Zusammenschluss aber eigene Proberäume im Bürgerhof. Für Gabriele Twardawa ist dies "wirklich wunderbar". aw

© Mannheimer Morgen, Samstag, 31.05.2014

Fotos: Adrem Theaterwerkstatt